Zwanzig Jahre lang stand Oberstleutnant Egon Lorenz an der Spitze des Bezirkspolizeikommandos Reutte. Heute erfolgte die offizielle Übergabe dieser Funktion im Rahmen eines kleinen Festaktes an seinen Nachfolger Philipp Rapold. Landespolizeidirektor HR Dr. Edelbert Kohler, die Kommandanten der heimischen Polizeiinspektionen, Polizeikollegen, Vertreter der anderen Einsatzorganisationen und des Bauamtes, Bezirkshauptfrau, Bezirksgerichtsvorsteherin und Vizebürgermeister gaben dem scheidenden und dem neuen Kommandanten die Ehre.
Der Wechsel hat sich ergeben, da Bezirkspolizeikommandant Egon Lorenz ins Innenministerium nach Wien berufen wurde, um dort „stellvertretender Referatsleiter für Auslandseinsätze“ zu werden. Sein Dienstbeginn ist heute. Die Nachfolge von Lorenz tritt ein junger Leutnant aus Mils an, Philipp Rapold. Er ist seit Anfang August in Reutte und wurde seither von Egon Lorenz und den Kollegen des Bezirkspolizeikommandos in die neue Aufgabe eingeschult. Seit heute, 1. Oktober, ist er der neue Bezirkskommandant der Polizei.
Auszüge aus den Ansprachen:
„Ich habe das große Glück gehabt, jetzt mit großer Zufriedenheit und Dankbarkeit einen neuen Weg einzuschlagen“, so Egon Lorenz in seiner kurzen Abschiedsrede. „Wenn mich jemand fragt, worauf ich in in meiner Dienstzeit, meinen zwanzig Jahren als Kommandant wirklich stolz bin, dann denk ich nach und sage: wirklich stolz bin ich auf das Klima, auf die Zusammenarbeit im Bezirk, die wir alle innerhalb es Betriebes „Polizei“ und auch mit der Behörde und den Organisationen erhalten, gepflegt und verbessert haben zum Wohle der Bevölkerung. Ich glaube, es ist ein sehr hohes Niveau, das wir hier im Bezirk haben, dafür bedanke ich mich und darauf können wir alle gemeinsam wirklich sehr stolz sein.“
Vor allem seinen Polizeikollegen ist der scheidende Polizeikommandant dankbar. „Danke meinen Inspektionspolizeikommandanten. Sie sind es, die die ‚PS der Polizei‘ auf die Straße, an die Bevölkerung bringen. Man kann irgendwo im Ministerium am Schreibtisch beschliessen und ganze Arbeiten schreiben, aber die Bevölkerung nimmt immer das wahr, was der Inspektor oder die Inspektorin vor Ort umsetzt. Wie das gemacht wird, war in den letzten Jahren eine wachsende Challenge, eine Riesenherausforderung. Wir haben es geschafft, eine sehr gute Arbeit zu leisten, gleichzeitig aber auch ein optimales Betriebsklima zu schaffen. Das geht nur mit solchen Leuten, wie ihr es seid. Vielen Dank dafür.“
Und an seinen Nachfolger gewandt: „Ich wünsche dem Leutnant Philipp Rapold alles, alles Gute. Wie du siehst, ist es ein sehr kompakter und homogener Bezirk.“
Und der neue Bezirkspolizeikommandant meinte: „Der Herr Landespolizeidirektor hat es mir möglichst schonend beigebracht, nach Reutte zu dürfen. Aber wir, meine Freundin und unser kleines Baby, haben uns schon sehr gut hier eingelebt. Ich sehe meine Aufgabe hier in Reutte als große Chance und verspreche, sie mit größtmöglichem Engagement zu erfüllen.“ Und zu seinem Vorgänger: „Egon, seit August bin ich hier, hätte sehr gern noch länger mit dir zusammengearbeitet. Du bist mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden.“ Und an seine künftigen Kollegen meinte Leutnant Rapold: “Vielen Dank an die Kollegen, ihr leistet hervorragende Arbeit, ich freue mich sehr auf die kommende gemeinsame Arbeit.“
Landespolizeidirektor Hofrat Dr. Edelbert Kohler ist überzeugt, dass die Kollegen und Kolleginnen im Bezirk dem neuen Kommandanten dieselbe Loyalität entgegen bringen werden wie dem bisherigen. An die Adresse von Egon Lorenz meinte Kohler: „Es tut mir außerordentlich leid, dass eine so versierte Führungskraft uns verlässt. Du hast im Bezirk ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich gönne es dir, dass du diese neue Herausforderung, diese Chance in Wien annimmst.“ Und im Hinblick auf die Großstadt Wien gab Kohler an Lorenz noch den Tipp: „Nimm gutes Schuhwerk mit, am besten Genagelte, das braucht man auf dem glatten Wiener Parkett“.
Bezirkshauptfrau Mag. Katharina Rumpf: „Die Zusammenarbeit mit Egon Lorenz war stets geprägt von dem Willen, miteinander konstruktive Lösungen zu finden. Polizei und Behörden gehören zusammen. In ganz vielen Situationen, wie Lawinenabgängen oder Straßensperren etcetera haben wir stets hervorragend miteinander gearbeitet. Diese besonders gute Zusammenarbeit hat sich auch jetzt in Zeiten der Pandemie gezeigt. Dafür möchte ich ganz, ganz herzlich Danke sagen. Ich hoffe, dass wir das auch in Zukunft mit dem neuen Kommandanten fortsetzen können.“
Hier nun ein kurzer Karriereverlauf der beiden Kommandanten:
Der aus Kaisers stammende Oberstlt. Egon Lorenz hat seine Laufbahn im Bezirk vor rd. 35 Jahren am Gendarmerieposten in Weißenbach begonnen. Im Sommer 1990 wechselte er zum Posten Reutte, kehrte aber 1995 als stellvertretender Kommandant nach Weißenbach zurück. Von 1993-1999 war Egon Lorenz hauptsächlich als Diensthundeführer tätig und war Mitglied der Lawinenhundestaffel Bezirk Reutte. Zwischenzeitlich hatte er die Offiziersausbildung absolviert, wechselte zum Bezirksgendarmeriekommando Reutte und ist seit nunmehr rd. 20 Jahren Bezirkskommandant.
Wie Landespolizeidirektor Kohler weiter ausführte: „Auslandseinsätze waren für Egon Lorenz immer reizvoll. 2006 im Rahmen eines UN-Polizeieinsatzes war er ein Jahr als Kontingentskommandant im Kosovo, hatte die polizeiliche Leitung als „Regional Commander“ in Hauptstadt und Region Pristina inne“.
Ein weiterer Auslandseinsatz folgte 2010 durch das Innenministerium im Rahmen eines EU-Einsatzes. Lorenz hatte die Aufgabe ein Polizeikontingent in Afghanistan vorzubereiten und erhielt die Leitung des ersten Österreichischen-Afghanistan-Polizeikontinentes in Afghanistan übertragen. Einsatzort war Kabul. „Es ist also keine wirkliche Überraschung, dass Egon nun ins Innenministerium beordert wurde, als „stellvertretender Referatsleiter für Auslandseinsätze“, so Kohler abschließend.
Landespolizeidirektor Engelbert Kohler: „Leutnant Philipp Rapold ist als erfahrener Polizeibeamter zu bezeichnen, auch wenn er noch recht jung ist. Immerhin endet mit dem heutigem Tag das zwölfte Exekutivdienstjahr. Er ist am 1.10 2009 in den Bundesdienst eingetreten. War quasi auch schon im Auslandseinsatz – nämlich in Vorarlberg. Dort absolvierte er eine Grundausbildung für die LPD-Tirol. Danach PI Arzl. 2018 begann Philipp Rapold die Ausbildung zum Offizier, verbunden mit dem Studium an der FH-Wiener Neustadt, die er im August 2021 erfolgreich abgeschlossen hat. Von dort ist er direkt dem Bezirkspolizeikommandanten Reutte zum Dienst zugeteilt worden. Im Zuge der europäischen Flüchtlingskrise von 2015/2016 hat Leutnant Rapold an drei bilateralen Einsätzen in Serbien und Slowenien teilgenommen, und ist mit heutigem Tag Bezirkspolizeikommandant von Reutte.“
Auch wir gratulieren dem neuen Bezirkspolizeikommandanten von Reutte herzlich zur neuen Aufgabe, danken dem scheidenden für die allzeit sehr gute Zusammenarbeit und wünschen Beiden für die neue Herausforderung alles Gute und viel Erfolg!


















Das schreiben die Zeitungen:
https://www.rundschau.at/reutte/chronik/willkommen-und-abschied
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